Keine falsche Scham vor Geschlechts­krankheiten

Der Musiker Usher musste einer ehemaligen Liebhaberin angeblich 1,1 Millionen Dollar bezahlen, weil er sie mit Genitalherpes angesteckt haben soll. 2015 gab Schauspieler Charlie Sheen bekannt, sich mit HIV infiziert zu haben. Schauspieler Michael Douglas erwähnte in einem Interview, seine 2010 bekannt gewordene Kehlkopfkrebserkrankung sei möglicherweise durch eine Infektion mit HP-Viren verursacht worden, die er sich beim Oralverkehr holte.

Diese Beispiele sind eher die Ausnahme der Regel, denn über Geschlechtskrankheiten spricht man nicht gern – zumindest nicht über die Eigenen. Die Scham ist häufig gross, mitunter fehlt es auch an Wissen und manchmal wird das Thema schlicht ignoriert. Nun, hier sind wir ja unter uns und du kannst dich entspannt mit diesem «Tabuthema» befassen. Denn: Sex soll Spass machen. Es kann aber vorkommen, dass man sich mit einer sexuell übertragbaren Infektion (STI) ansteckt. Und natürlich betrifft das nicht nur Promis. Geschlechtskrankheiten können immer übertragen werden, wenn zwei Menschen ungeschützten Sex haben und einer von beiden mit einer STI infiziert ist. Manche Infektionen können sogar schon beim Vorspiel übertragen werden. Die ursächlichen Erreger von Geschlechtskrankheiten sind Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten. HIV kennst du vermutlich, es gibt aber noch viele weitere Geschlechtskrankheiten.

Hier ein Überblick über die am häufigsten auftretenden sexuell übertragbaren Infektionen:

Chlamydien

  • wird durch Bakterien («Chlamydia trachomatis») verursacht
  • die häufigste sexuell übertragbare Infektion in Europa

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Hepatitis B

  • durch das Hepatitis B-Virus ausgelöste Entzündung der Leber

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Herpes genitalis

  • durch das Herpes «simplex Virus» verursacht
  • zwei Virentypen: Typ 1 wird auch Lippenherpes genannt, Typ 2 auch Genitalherpes
  • beide Virustypen können grundsätzlich an allen Stellen des Körpers vorkommen
  • Herpes kommt sehr häufig vor

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HIV/Aids

  • wird durch den Erreger «humane immune deficiency virus» (HIV) ausgelöst (auf Deutsch: menschliches Immunschwäche-Virus)
  • Aids bedeutet «acquired immune deficiency syndrome» (auf Deutsch: erworbenes Immunschwäche-Syndrom)
  • zwischen der Ansteckung mit dem HI-Virus und dem Ausbruch der Erkrankung Aids können Jahre bis Jahrzehnte liegen

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HPV

  • Humane Papilloma-Viren (HPV) kommen häufig vor und infizieren die Haut oder die Schleimhaut
  • Viele verschiedene Typen von HPV, die unterschiedlichen Krankheiten auslösen können
  • HPV-16 und -18 verursachen am häufigsten Krebs, HPV-6 und -11 Genitalwarzen (Feigwarzen)

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LGV

  • wird durch Subtypen des Bakteriums «Chlamydia trachomatis» verursacht (in der Fachsprache auch als «Lymphogranuloma venereum» bezeichnet)
  • tritt vor allem bei Männern auf, die Sex mit Männern haben

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Syphilis

  • Syphilis wird durch eine Infektion mit dem Bakterium «Treponema pallidum» ausgelöst
  • Syphilis kann chronisch verlaufen

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Trichomonaden

  • wird durch «Trichomonas vaginalis», einem Flagellaten (Geisseltierchen) hervorgerufen

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Tripper

  • Tripper wird durch Bakterien («Neisseria gonorrhoeae», auch als «Gonokokken» bekannt) verursacht
  • Tripper wird in der Fachsprache auch «Gonorrhoe» genannt

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Wie kannst du dich vor einer Geschlechtskrankheit schützen?

Es gibt verschiedene Massnahmen, um dich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen: vom vollständigen Verzicht auf Sex bis hin zu vorbeugenden Impfungen und regelmässiger Intim- und Körperhygiene. Allerdings wollen die wenigstens auf Sex gänzlich verzichten. Wichtig ist, dass dieser safe und einvernehmlich ist. Vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen kannst du dich mit Kondomen schützen. Gegen Hepatitis B und HPV kannst du dich zusätzlich impfen lassen. Beide Impfungen sind von den Behörden empfohlen und werden von den Krankenkassen übernommen.

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Better safe than sorry

Wenn du ungeschützten Sex hattest und den Verdacht hast, dich angesteckt zu haben, solltest du dich unbedingt testen und behandeln lassen, denn die meisten Geschlechtskrankheiten sind gut behandelbar. Insbesondere wenn du Schmerzen wie Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz oder Hautveränderungen im Intimbereich, Ausfluss aus der Scheide bzw. dem Penis bemerkst. Dann ist es für Männer ratsam einen Urologen aufzusuchen, Frauen sollten sich an eine Gynäkologin wenden. Je früher eine Geschlechtskrankheit erkannt wird, desto erfolgreicher kann sie behandelt werden.

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