HPV bei Jungen und Männern

Hast du gewusst, dass HPV Männer und Frauen gleichermassen betrifft? Auch wenn Gebärmutterhalskrebs zu der bekanntesten und häufigsten HPV-bedingten Erkrankung gehört, können auch bei Männern verschiedene HPV-bedingte Erkrankungen auftreten. Mögliche Folgen einer Infektion für Männer können beispielsweise Peniskrebs, Analkrebs oder Kopf-Hals-Tumore bedeuten. Genitalwarzen (auch Feigwarzen oder Condylomata acuminata genannt) kommen bei Frauen und Männern vor.

Warum kommt HPV auch beim Mann vor?
HPV (Humane Papillomaviren) sind Viren, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden und damit zu den sexuell übertragbaren Infektionen zählen. Die HP-Viren unterscheiden nicht zwischen Mann und Frau. Sie werden während dem Sex von einer Person zur anderen weitergegeben. Darum kann jeder, der sexuell aktiv ist, sich mit HPV infizieren – egal ob Mann oder Frau

Was sind die Risiken?
HPV ist aber nicht gleich HPV, denn es gibt verschiedene HPV-Typen. Hier unterscheidet man vor allem zwischen Hochrisiko-HPV-Typen und Niedrigrisiko-HPV-Typen. Letztere können bei Frauen und Männern Genitalwarzen auslösen. Das sind ungefährliche aber ziemlich unschöne und lästige Hautveränderungen (Knötchen) im Genitalbereich.

Die Hochrisiko-Typen, wie HPV 16 und HPV 18, können Krebsformen im Genitalbereich auslösen. Aber wie ist das möglich? Eine Ansteckung mit HPV verläuft zuerst ohne Symptome, das heisst man spürt nichts davon. Die HPV-Infektion selber ist auch nicht gefährlich, in 90% der Fälle verschwindet sie von alleine wieder. Wenn die Infektion aber über längere Zeit bestehen bleibt, kann diese die betroffenen Zellen „umprogrammieren“ und dadurch können aus den gesunden Zellen allmählich Krebszellen entstehen. Dies ist ein Prozess, der Jahre oder Jahrzehnte dauern kann. Auch ist es möglich, dass sich veränderte Zellen, also Krebsvorstufen (intraepitheliale Neoplasien genannt), wieder gesund werden und aus dem Körper verschwinden. Das Problem dabei ist aber, dass man nichts davon spürt und man diese Vorgänge nicht voraussagen kann. Momentan ist ein HPV-Test ausserdem nur für Frauen möglich.

Wie kann ich mich also schützen?
Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wie du dich als Mann (oder Frau) schützen kannst:

  1. Enthaltsamkeit: Die sicherste aber vermutlich nicht die beliebteste Methode. 😉
  2. Safer-Sex, also Kondome verwenden: Sie können das Risiko einer Infektion senken.
  3. Die HPV-Impfung: Die Impfung kann vor den neun aggressivsten HPV-Typen schützen, HPV 16 und 18 eingeschlossen.

Da das Virus beim Sex und Petting übertragen werden kann, bietet Enthaltsamkeit den grössten Schutz vor einer HPV-Infektion. Keine Option für dich? Kein Problem, es gibt andere Wege wie du dich schützen kannst. Safer-Sex senkt das Risiko einer Infektion. Da das Kondom aber lediglich einen Teil des Genitalbereichs abdeckt, kann man sich trotz Safer-Sex mit dem Virus anstecken.

Eine weitere Möglichkeit sich und seine/n Partner/in zu schützen ist die HPV-Impfung. Die HPV-Impfung ist daher allen Teenagern und jungen Erwachsenen von 11 bis und mit 26 Jahren vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfohlen. Die Impfung ist in diesem Alter gratis und Teil des Schweizerischen Impfplans. Im besten Fall wird die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht. Aber auch danach kann sie vor HPV-Typen mit denen man noch nicht infiziert ist schützen und einer Re-infektion, vorbeugen. Frauen können ausserdem einen HPV-Test machen zur Gebärmutterhalskrebs Prävention. Für Männer und Buben gibt es leider zur Zeit keinen anerkannten HPV-Test.

Warum sollten sich Buben und Männer impfen lassen?
Mädchen lassen sich hauptsächlich impfen, um sich vor Gebärmutterhalskrebs schützen zu lassen, denn dieser wird praktisch ausschliesslich von Humanen Papillomaviren ausgelöst. Buben und jungen Männern wird die HPV-Impfung empfohlen, da sie zum Beispiel vor Krebs am Penis oder Analkrebs schützen kann. Ausserdem kann die HPV-Impfung auch vor Genitalwarzen (Feigwarzen) schützen, dies bei Buben und Mädchen.

Impfungen können nicht nur einem selber nützen, sondern haben auch immer einen solidarischen Aspekt. Denn so kann man das Virus nicht an seine Partnerin oder Partner weitergeben. Modellrechnungen haben gezeigt, dass die Anzahl von Infektionen mit HPV viel schneller zurück gehen, wenn sich beide Geschlechter, also Männer und Frauen, gegen HPV impfen lassen. Es wurde ausserdem gezeigt, dass eine Elimination, also die Ausrottung des Virus, nur möglich wäre, wenn man beide Geschlechter gegen HPV impft. Impft man nur die Frauen, würde man dieses Ziel nicht erreichen. Auch unter diesem Aspekt macht die Impfung Sinn, für Mädchen und für Jungs.

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